Wer Obsidian nutzt, hat meist eine Entscheidung schon richtig getroffen: Das Wissen liegt in einfachen Textdateien auf dem eigenen Rechner, nicht in der Datenbank eines Anbieters. Vorweg eine Offenlegung: Auch unser Vault (Der Vault ist ein Ordner mit Ihren Arbeitsdateien auf Ihrem Rechner; mit der Vault-Vorlage legen wir ihn an.) ist nach PARA (PARA ordnet eine Ablage in vier Bereiche: Projekte, Bereiche, Ressourcen und Archiv.) geordnet und öffnet standardmässig in Obsidian. Der Vergleich handelt also weniger vom Programm als von dem, was um den Ordner herum passiert.
Dieser Artikel gehört zu unserer Reihe von Vergleichen: dieselben sechs Fragen für jedes Werkzeug. Die Angaben von Obsidian und den Plugins haben wir am 14. Oktober 2026 gelesen; die Quellen stehen am Schluss.
Was Sie heute nutzen
Obsidian ist für jede Nutzung gratis, auch in Firmen; eine kommerzielle Lizenz für USD 50.– pro Person und Jahr ist freiwillig. Wer seine Vaults zwischen Geräten abgleichen will, zahlt für Sync USD 4.– bis 10.– pro Person und Monat, je nach Plan und Zahlungsweise. Die KI kommt über Plugins aus der Community: Copilot (Ein KI-Assistent ist ein Chatprogramm wie ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity: Sie schreiben in normaler Sprache, und ein Sprachmodell antwortet.) for Obsidian ist mit eigenen Schlüsseln gratis und kostet als Plus USD 14.99 im Monat, Smart Connections sucht mit einem lokalen Modell (Ein Sprachmodell ist die eigentliche KI hinter einem KI-Assistenten: Es hat aus sehr viel Text gelernt und schreibt zu einer Eingabe eine Antwort.) ohne Schlüssel, Text Generator ist frei und braucht Ihren eigenen Anbieter.
Wo Obsidian stark ist
Ihre Notizen sind Markdown-Dateien auf Ihrem Rechner. Sie funktionieren offline, jedes Programm öffnet sie, und laut Obsidian gehören Ihre Daten Ihnen. Links zwischen Notizen, die Ansicht als Netz, Canvas und Bases, also Tabellen und Karten über Ihren Notizen, machen daraus eine Wissensbasis, die mitwächst. Fast 9'000 Plugins stehen bereit, über tausend davon mit KI.
Die KI-Plugins sind erstaunlich weit. Copilot for Obsidian lässt inzwischen Agenten (Ein KI-Agent bearbeitet eine festgelegte Aufgabe in mehreren Schritten; bevor etwas nach aussen geht, entscheidet eine Person.) wie Claude Code (Claude Code ist ein KI-Harness von Anthropic. Es läuft auf Ihrem Rechner, liest Dateien und führt Arbeitsschritte aus, die Sie in normaler Sprache beschreiben.) oder Codex direkt im Vault arbeiten. Das Plugin Local REST API (Eine API ist eine Schnittstelle, über die ein Programm Daten oder Funktionen eines anderen Programms nutzt, ohne Bildschirm und Maus.) bringt einen MCP-Server (MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard, über den eine KI-Arbeitsumgebung (KI-Harness) Programme und Datenquellen nutzen kann.) mit, über das offene Protokoll (Ein Protokoll, auf Englisch Log, hält fest, was ein Programm oder ein KI-Agent wann getan hat.), mit dem KI Werkzeuge nutzt; damit kann Claude Ihren Vault lesen und beschreiben. Sync verschlüsselt durchgehend, wenn Sie das wollen.
Für eine Person, die gern tüftelt und ihr Wissen selbst ordnet, ist das eine hervorragende Umgebung, für fast kein Geld.
Wo Obsidian aufhört
- Jede Person baut ihre eigene KI. Schlüssel, Anbieter und Plugins richtet jede Person auf jedem Gerät selbst ein. Fünf Personen haben fünf Einrichtungen, und niemand weiss genau, welche Daten an welchen Anbieter gehen.
- Plugins sind Code von Dritten. Obsidian schreibt selbst, dass es Plugins nicht zuverlässig auf bestimmte Rechte beschränken kann: Sie dürfen auf Dateien zugreifen, ins Internet und weitere Programme installieren. Obsidian empfiehlt vor dem Einsatz eine unabhängige Prüfung.
- Zusammenarbeit ist dünn. Ein geteilter Vault hat höchstens 20 Mitwirkende, jede braucht ein eigenes Sync-Abo, alle bekommen dieselben Rechte wie die Besitzerin, und gleichzeitiges Bearbeiten gibt es nicht.
- Kein Server (Ein Server ist ein Rechner, der ständig läuft und anderen Geräten Dienste bereitstellt, etwa E-Mails, Dateien oder eine Website.) in der Schweiz. Sync läuft bei DigitalOcean, wählbar unter anderem Frankfurt, Singapur oder San Francisco. Eine Schweizer Region (Eine Region ist bei Cloud-Anbietern das Gebiet, in dem die Rechenzentren stehen, die Ihre Daten verarbeiten, etwa die EU oder die Schweiz.) gibt es nicht.
- Wissen ist noch keine Arbeit. Obsidian ordnet, was Sie wissen. Abläufe, die Mails lesen, Rechnungen buchen oder einen Lieferanten anschreiben, gehören nicht zum Programm, und die Plugins dafür hängen am Rechner, auf dem Obsidian gerade offen ist.
Obsidian mit unserer Plattform verbunden
Der erste Weg lässt Ihre Vaults, wie sie sind. Wir verbinden sie mit der Jules Solutions Platform: Der Agent in Ihrem Vault, ob über Copilot for Obsidian oder direkt im KI-Harness (Ein KI-Harness ist die Arbeitsumgebung auf Ihrem Rechner, in der die KI Dateien liest und vereinbarte Arbeitsschritte ausführt.), bekommt über das MCP-Gateway dieselben Werkzeuge für alle, statt fünf selbst gebauter Einrichtungen. Was das Team teilt, liegt im gemeinsamen Projekt-Repository, auf GitHub (Ein Git-Repository ist eine Ablage für Dateien, die jede Änderung mit Datum und Urheber speichert; GitHub ist ein bekannter Dienst dafür.) oder einem eigenen Git-Server, mit Rechten, die wir pro Person festlegen.
Damit kann die KI im Vault mehr als Notizen schreiben. Sie lässt Rechnungen und Lieferscheine von der Dokumentverarbeitung lesen, legt Aufgaben an, durchsucht Ihre Projektunterlagen mit den Textstellen dazu und startet Workflows (Ein Workflow legt fest, welche Angaben eingehen, was damit geschieht und wer das Ergebnis prüft.), die Ihre Systeme im vereinbarten Umfang ansprechen. Eine Nachricht nach aussen oder eine Zahlung verschickt die Plattform erst, wenn eine Person entschieden hat; jede Verbindung sieht nur die freigegebenen Projekte, und jeder Schritt steht im Protokoll.
Für fünf Personen: das Operator System (Das Operator System ist unser Paket für Teams, CHF 3'500.– bis 5'000.–: die gemeinsame Basis mit Workflows für das Team und angebundenen Systemen.) als gemeinsame Basis, CHF 3'500.– bis 5'000.– einmalig, mit sechs Monaten Business-Seat (Der Business-Seat gibt einer Person Zugang zu unserer Plattform (offene Alpha). Pro Setup enthält drei Monate, das Operator System sechs je Person.) je Person; danach CHF 199.– pro Person und Monat, jährlich bezahlt CHF 169.–. Obsidian bleibt gratis.
Das ganze System
Im ganzen System richten wir den Vault für jede Person ein: nach PARA geordnet, mit Vorlagen (Eine Vorlage ist ein vorbereiteter Aufbau, etwa für ein Dokument, eine E-Mail oder eine Ablage, den man für jeden Fall nur noch ergänzt.), Skills (Ein Skill ist eine schriftliche Anleitung für eine bestimmte KI-Aufgabe, etwa das Prüfen von Rechnungsangaben.) und den Anleitungen für wiederkehrende Aufgaben, lesbar in Obsidian oder in jedem anderen Programm, das Markdown (Markdown ist eine einfache Schreibweise für Textdateien: Zeichen wie # oder * markieren Überschriften, Listen und Hervorhebungen.) öffnet. Mit dem Pro Setup (Pro Setup ist unser empfohlenes Paket für CHF 1'490.–: Vault, Workflows mit KI-Agenten, erste Anbindungen, eine Einführungssitzung und drei Monate Business-Seat.) kommen drei bis fünf Befehle (Ein Befehl startet einen festgelegten Workflow. Im Pro Setup richten wir drei bis fünf solcher Befehle für Ihre Abläufe ein.) dazu, mit denen Ihre Leute Workflows starten. Der KI-Harness ist eingerichtet, wir empfehlen Claude Code, und jeder Agent sieht nur sein eigenes Projekt.
Workflows starten mit einem kurzen Befehl, durch eine eingehende Mail oder nach Zeitplan und laufen auf Ihrem Gerät, auf einem Rechner im Betrieb, auf unserer Plattform oder bei einem Cloud-Anbieter (Mit «Cloud» sind Rechner in den Rechenzentren eines Anbieters gemeint, auf denen Programme laufen und Daten liegen, statt auf Ihrem eigenen Gerät.), wie es die Offerte festhält; sie hängen nicht daran, dass Obsidian gerade offen ist. Sicherungen legen wir lokal, auf einem Netzwerkspeicher oder in der Schweiz bei Exoscale (Exoscale ist ein Schweizer Cloud-Anbieter mit Rechenzentren in der Schweiz.) an.
Die Plattform läuft auf eigener Infrastruktur in der Schweiz und ist in der offenen Alpha-Phase (Offene Alpha heisst: Die Plattform ist in einer frühen Phase, wir nutzen sie selbst, und sie ändert sich laufend.); wir führen unsere eigene Firma darauf. Für fünf Personen: das Operator System und ein Pro Setup je Person, zusammen CHF 10'950.– bis 12'450.– einmalig, mit 60 Tagen Begleitung (Begleitung heisst: In den ersten 30 Tagen (Pro Setup) oder 60 Tagen (Operator System) nach der Übergabe sind Fragen und Anpassungen per E-Mail und Telefon enthalten.), danach die Business-Seats und die Modellnutzung (Modellnutzung ist der Zugriff auf das Sprachmodell eines KI-Anbieters. Die Kosten dafür sind im Setup-Preis nicht enthalten.).
| Frage | Obsidian mit Plugins allein | Obsidian mit unserer Plattform | Das ganze System |
|---|---|---|---|
| Aufwand für die Einrichtung | Installieren: Minuten. Plugins wählen, Schlüssel eintragen, Ordnung und Vorlagen bauen: jede Person für sich, laufend. | Operator System, etwa 3 bis 6 Wochen. Ihre Vaults bleiben, wie sie sind, und bekommen dieselben Werkzeuge. | Operator System und ein Pro Setup je Person, etwa 3 bis 6 Wochen. Wir richten Geräte, Vault, Harness und Workflows ein. |
| Wo die Daten liegen, Datenschutz | Lokal als Markdown. Sync verschlüsselt durchgehend, Server unter anderem in Frankfurt, keiner in der Schweiz. Plugins können ins Internet. | Ihre Vaults wie heute. Die Plattform läuft auf eigener Infrastruktur in der Schweiz; was an welchen Anbieter geht, hält die Offerte fest. | Plattform in der Schweiz, Dateien auf Ihrem Gerät oder auf unserer Infrastruktur. Das Modell läuft in der Cloud (USA oder EU) oder auf eigener Hardware. |
| Kosten pro Monat, KMU mit 5 Personen | Obsidian ist gratis. Sync für fünf Personen USD 20.– bis 50.– im Monat, dazu allenfalls Plugin-Abos und die Kosten Ihrer KI-Schlüssel. | Obsidian wie links, dazu ab Monat 7 fünf Business-Seats: CHF 995.–, jährlich bezahlt CHF 845.–. Einmalig CHF 3'500.– bis 5'000.–. | Fünf Business-Seats ab Monat 7: CHF 995.– oder CHF 845.–, dazu die Modellnutzung. Einmalig CHF 10'950.– bis 12'450.–. |
| Was Sie noch von Hand machen | Alles ausserhalb des Vaults: Mails, Buchhaltung, Lieferanten. Und jede Person pflegt ihre eigene KI-Einrichtung. | Anstossen und freigeben. Dokumente lesen und Ihre Systeme ansprechen übernimmt die Plattform. | Freigeben, was nach aussen geht oder Geld kostet. Workflows starten per Befehl, per E-Mail oder nach Zeitplan. |
| Was ausfällt, wenn das Abo endet | Die App bleibt gratis, Ihre Dateien bleiben lokal. Entfernte Sync-Vaults löscht Obsidian einen Monat nach Ablauf. | Ihr Vault bleibt ein Ordner auf Ihrem Rechner. Endet der Business-Seat, endet der Zugang zur Plattform; was auf Ihren Geräten liegt, bleibt. | Endet Ihr Zugang, bleibt alles auf Ihrem Gerät und funktioniert weiter. Was sonst weiterläuft, hält die Offerte fest. |
| Wem das Ergebnis gehört | Ihre Notizen sind Markdown-Dateien auf Ihrem Rechner. Laut Obsidian gehören Ihre Daten Ihnen. | Ihre Daten, Dateien und Konten gehören Ihnen. Für die Workflows, die wir bauen, erhalten Sie eine Lizenz. | Ihr Code, Ihr Vault und Ihre Dateien gehören Ihnen. Für die Workflows, die wir bauen, erhalten Sie eine Lizenz. |
Listenpreise pro Monat, gelesen am 14. Oktober 2026; Obsidian nennt USD. Die Business-Seats zählen ab Monat 7, weil das Operator System sechs Monate je Person enthält. Modellnutzung, weitere Lizenzen und Spesen kommen dazu.
Unser Urteil
Wenn Sie allein arbeiten und Freude daran haben, Ihre Werkzeuge selbst zu bauen, bleiben Sie bei Obsidian mit Plugins. Es ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in dieser Reihe, und Ihre Dateien gehören Ihnen ohnehin.
Für ein Team ist Eigenbau teuer, nur nicht auf der Rechnung: fünf Einrichtungen, ungeprüfte Plugins, keine gemeinsamen Rechte und keine Abläufe über den Vault hinaus. Der erste Weg gibt allen dieselben Werkzeuge und lässt Obsidian, wie es ist. Das ganze System lohnt sich, wenn aus dem Wissen im Vault Arbeit werden soll, die auch läuft, wenn niemand den Laptop offen hat.
Wie Sie den ersten Ablauf dafür auswählen, steht in «KI im KMU: Erst den Ablauf prüfen, dann das Werkzeug».
Quellen
- Obsidian: License, gelesen am 14. Oktober 2026
- Obsidian: Pricing, gelesen am 14. Oktober 2026
- Obsidian: Sync, gelesen am 14. Oktober 2026
- Obsidian Help: Sync security and privacy, gelesen am 14. Oktober 2026
- Obsidian Help: Collaborate on a shared vault, gelesen am 14. Oktober 2026
- Obsidian Help: Sync FAQ, gelesen am 14. Oktober 2026
- Obsidian Help: Plugin security, gelesen am 14. Oktober 2026
- Obsidian Help: Bases, gelesen am 14. Oktober 2026
- Obsidian: Community plugins, gelesen am 14. Oktober 2026
- Logan Yang (GitHub): Copilot for Obsidian, gelesen am 14. Oktober 2026
- Brevilabs: Copilot for Obsidian: pricing, gelesen am 14. Oktober 2026
- Adam Coddington (GitHub): Local REST API for Obsidian, gelesen am 14. Oktober 2026
