Vorweg eine Offenlegung: Claude Code ist der KI-Harness (Ein KI-Harness ist die Arbeitsumgebung auf Ihrem Rechner, in der die KI Dateien liest und vereinbarte Arbeitsschritte ausführt.), den wir selbst empfehlen und mit dem wir unsere eigene Firma führen. Gerade deshalb lohnt der ehrliche Vergleich. Wenn Sie Claude Code allein gut nutzen können, sollten Sie das wissen, bevor Sie uns etwas bezahlen.
Dieser Artikel gehört zu unserer Reihe von Vergleichen: dieselben sechs Fragen für jedes Werkzeug. Die Angaben von Anthropic (Ein KI-Anbieter betreibt Sprachmodelle und verkauft den Zugang dazu, etwa OpenAI (ChatGPT), Anthropic (Claude) oder Google (Gemini).) haben wir am 14. Oktober 2026 gelesen; die Quellen stehen am Schluss.
Was Sie heute nutzen
Claude gibt es als App im Browser, auf dem Desktop und auf dem Telefon, dazu Claude Code für die Arbeit mit Dateien und Befehlen. Pro kostet USD 17.– im Monat bei jährlicher Zahlung, Max USD 100.– oder 200.–. Für Firmen gibt es Team ab zwei Personen: ein Standard-Platz kostet USD 20.– bei jährlicher und USD 25.– bei monatlicher Zahlung, ein Premium-Platz mit fünfmal mehr Nutzung USD 100.– bis 125.–. Das sind US-Preise ohne Steuern. Claude Code ist in Pro, Max und Team enthalten.
Wo Claude stark ist
Im Chat schreibt und analysiert Claude, arbeitet in geteilten Projekten, nutzt Skills (Ein Skill ist eine schriftliche Anleitung für eine bestimmte KI-Aufgabe, etwa das Prüfen von Rechnungsangaben.) und verbindet sich mit Google Workspace und Microsoft 365. Eigene Verbindungen über MCP (MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard, über den eine KI-Arbeitsumgebung (KI-Harness) Programme und Datenquellen nutzen kann.), das offene Protokoll (Ein Protokoll, auf Englisch Log, hält fest, was ein Programm oder ein KI-Agent wann getan hat.) für Werkzeuge, sind in allen Plänen möglich. In der Desktop-App arbeitet Claude auf Wunsch direkt in Ordnern, die Sie auswählen, und fragt nach, bevor es etwas endgültig löscht.
Claude Code geht weiter: Es liest einen ganzen Projektordner, ändert Dateien, führt Befehle aus und hält sich an Anweisungen in einer Datei namens CLAUDE.md. Skills, Hooks, Subagenten und MCP-Server machen es zu einem Werkzeug, das sich an Ihre Arbeit anpasst. Die Desktop-App kommt ohne Kommandozeile (Die Kommandozeile, auch Terminal genannt, ist ein Fenster, in dem Sie dem Computer Anweisungen als Text eintippen, statt mit der Maus zu klicken.) aus.
Im Team-Abo trainiert Anthropic nicht mit Ihren Daten, die Vereinbarung zur Auftragsbearbeitung ist Teil der Geschäftsbedingungen, und es gibt SOC 2, ISO 27001 und ISO 42001. Für eine technisch interessierte Person ist das eines der stärksten Werkzeuge, die es gibt.
Wo Claude aufhört
Claude Code ist ein Motor. Was ihm fehlt, ist das Gerüst, in dem ein Team damit arbeitet.
- Jede Person baut ihr eigenes Gerüst. Skills, MCP-Verbindungen und Einstellungen liegen auf dem jeweiligen Rechner. Zentrale Vorgaben für Claude Code gibt es im Team-Abo, laut Anthropic aber als Kontrolle auf dem Gerät, nicht als Sicherheitsgrenze.
- Der Laptop muss wach bleiben. Geplante Aufgaben in der Desktop-App laufen nur, solange die App offen und der Rechner wach ist. Routinen in der Cloud (Mit «Cloud» sind Rechner in den Rechenzentren eines Anbieters gemeint, auf denen Programme laufen und Daten liegen, statt auf Ihrem eigenen Gerät.) sind eine Vorschau, brauchen GitHub (Ein Git-Repository ist eine Ablage für Dateien, die jede Änderung mit Datum und Urheber speichert; GitHub ist ein bekannter Dienst dafür.), laufen höchstens stündlich und gehören dem persönlichen Konto, nicht dem Team.
- Die Nutzung hat Grenzen. Claude und Claude Code teilen sich ein Limit pro fünf Stunden und eines pro Woche. Wer den ganzen Tag damit arbeitet, braucht schnell einen Premium-Platz.
- Die Daten liegen in den USA. Anthropic speichert in den USA. Eine Verarbeitung nur in den USA gibt es für Enterprise, eine europäische Verarbeitung nur über Cloud-Plattformen wie AWS Bedrock oder Google Vertex. Eigene MCP-Verbindungen im Chat müssen aus dem Internet erreichbar sein.
- Ihre anderen Systeme bleiben draussen. Bexio, Abacus oder das Lieferantenportal erreicht Claude nur, wenn jemand die Verbindung baut und pflegt.
Claude mit unserer Plattform verbunden
Der erste Weg behält Claude, wie es ist, und gibt ihm ein gemeinsames Gerüst. Im Chat fügt der Owner die Jules Solutions Platform als eigene Verbindung über das MCP-Gateway hinzu; jede Person meldet sich mit ihrem Zugang an. In Claude Code steht dieselbe Verbindung in einer Datei im gemeinsamen Projekt-Repository, sodass alle dieselben Werkzeuge haben, ohne sie selbst einzurichten.
Damit greift Claude auf die Teile der Plattform zu: Aufgaben, die Dokumentverarbeitung für Rechnungen und Lieferscheine, Dokumente aus Ihren Vorlagen (Eine Vorlage ist ein vorbereiteter Aufbau, etwa für ein Dokument, eine E-Mail oder eine Ablage, den man für jeden Fall nur noch ergänzt.), die Suche in Ihren Projektunterlagen mit den Textstellen dazu, Ihre Datenbank mit eigenen Strukturen (Eine Datenbank, deren Tabellen und Felder Sie festlegen, etwa für Lieferanten oder Aufträge.) und Workflows (Ein Workflow legt fest, welche Angaben eingehen, was damit geschieht und wer das Ergebnis prüft.), die Ihre Systeme im vereinbarten Umfang ansprechen. Was nach Zeitplan laufen soll, plant die Plattform und führt es aus, auch wenn Ihr Laptop zugeklappt ist.
Die Regeln gelten für jeden Aufruf: Nachrichten nach aussen und Zahlungen erst nach der Entscheidung einer Person, jede Verbindung nur mit den freigegebenen Projekten, jeder Schritt im Protokoll. Für fünf Personen kostet das das Operator System (Das Operator System ist unser Paket für Teams, CHF 3'500.– bis 5'000.–: die gemeinsame Basis mit Workflows für das Team und angebundenen Systemen.), CHF 3'500.– bis 5'000.– einmalig, mit sechs Monaten Business-Seat (Der Business-Seat gibt einer Person Zugang zu unserer Plattform (offene Alpha). Pro Setup enthält drei Monate, das Operator System sechs je Person.) je Person, danach CHF 199.– pro Person und Monat, jährlich bezahlt CHF 169.–. Claude Team bezahlen Sie weiter.
Das ganze System
Im ganzen System ist Claude Code der Harness, und wir bauen das Gerüst für alle. Jede Person bekommt einen Vault (Der Vault ist ein Ordner mit Ihren Arbeitsdateien auf Ihrem Rechner; mit der Vault-Vorlage legen wir ihn an.), einen Ordner mit Arbeitsdateien, Skills und Anleitungen, nach PARA (PARA ordnet eine Ablage in vier Bereiche: Projekte, Bereiche, Ressourcen und Archiv.) geordnet und in Obsidian (Obsidian ist ein Notizprogramm, das einen Ordner mit Textdateien auf Ihrem Rechner als verknüpfte Notizen anzeigt.) lesbar. Mit dem Pro Setup (Pro Setup ist unser empfohlenes Paket für CHF 1'490.–: Vault, Workflows mit KI-Agenten, erste Anbindungen, eine Einführungssitzung und drei Monate Business-Seat.) richten wir drei bis fünf Befehle ein, mit denen Ihre Leute Workflows starten, ohne einen Prompt (Ein Prompt ist die Eingabe an ein Sprachmodell: die Frage, die Anweisung oder die Vorlage, auf die die KI antwortet.) zu formulieren. Die Plattform startet Claude Code mit dem passenden Projekt und den Zugängen, die die Aufgabe braucht, und jeder Agent (Ein KI-Agent bearbeitet eine festgelegte Aufgabe in mehreren Schritten; bevor etwas nach aussen geht, entscheidet eine Person.) sieht nur sein eigenes Projekt.
KI-Agenten arbeiten auf eigenen Zweigen und schlagen Änderungen vor; eine Person nimmt sie an. Workflows laufen auf Ihrem Gerät, auf einem Rechner im Betrieb, auf unserer Plattform oder bei einem Cloud-Anbieter, wie es die Offerte festhält. Die Plattform wählt für jede Aufgabe Modell (Ein Sprachmodell ist die eigentliche KI hinter einem KI-Assistenten: Es hat aus sehr viel Text gelernt und schreibt zu einer Eingabe eine Antwort.), Werkzeug und Anbindung (Eine Integration verbindet Ihr Setup mit einem bestehenden Programm, etwa Ihrem E-Mail-Postfach.): Claude in der Cloud, ein anderes Modell aus den USA oder der EU, oder ein Open-Weight-Modell (Ein Open-Weight-Modell ist ein Sprachmodell, dessen Gewichte frei verfügbar sind, sodass es auf eigener Hardware laufen kann.) auf eigener Hardware, wenn Daten den Betrieb nicht verlassen sollen.
Die Plattform läuft auf eigener Infrastruktur in der Schweiz und ist in der offenen Alpha-Phase (Offene Alpha heisst: Die Plattform ist in einer frühen Phase, wir nutzen sie selbst, und sie ändert sich laufend.); wir führen unsere eigene Firma darauf. Für fünf Personen: das Operator System und ein Pro Setup je Person, zusammen CHF 10'950.– bis 12'450.– einmalig, mit 60 Tagen Begleitung (Begleitung heisst: In den ersten 30 Tagen (Pro Setup) oder 60 Tagen (Operator System) nach der Übergabe sind Fragen und Anpassungen per E-Mail und Telefon enthalten.), danach die Business-Seats und Claude als Modell.
| Frage | Claude Team allein | Claude mit unserer Plattform | Das ganze System |
|---|---|---|---|
| Aufwand für die Einrichtung | Team anlegen: Minuten. Claude Code einrichten, Skills schreiben, Verbindungen pflegen: jede Person an ihrem eigenen Rechner. | Operator System, etwa 3 bis 6 Wochen. Die Verbindung zur Plattform steht im gemeinsamen Projekt-Repository und gilt für alle. | Operator System und ein Pro Setup je Person, etwa 3 bis 6 Wochen. Wir richten Geräte, Vault, Claude Code und Workflows ein. |
| Wo die Daten liegen, Datenschutz | Bei Anthropic, gespeichert in den USA; für Team keine Datenresidenz in Europa. Im Team-Abo kein Training (Beim Training lernt ein Sprachmodell aus grossen Textmengen; manche Anbieter verwenden dafür auch die Eingaben ihrer Nutzer.) mit Ihren Daten. | Chats bei Anthropic wie heute. Die Plattform läuft auf eigener Infrastruktur in der Schweiz; was an Anthropic geht, hält die Offerte fest. | Plattform in der Schweiz, Dateien auf Ihrem Gerät oder auf unserer Infrastruktur. Das Modell läuft in der Cloud (USA oder EU) oder auf eigener Hardware. |
| Kosten pro Monat, KMU mit 5 Personen | Fünf Standard-Plätze: USD 100.– bei jährlicher, USD 125.– bei monatlicher Zahlung, ohne Steuern. Premium-Plätze kosten das Fünffache. | Claude wie links, dazu ab Monat 7 fünf Business-Seats: CHF 995.–, jährlich bezahlt CHF 845.–. Einmalig CHF 3'500.– bis 5'000.–. | Fünf Business-Seats ab Monat 7: CHF 995.– oder CHF 845.–, dazu Claude als Modell. Einmalig CHF 10'950.– bis 12'450.–. |
| Was Sie noch von Hand machen | Sitzungen starten, Kontext zusammensuchen, den Rechner wach halten, Ergebnisse in andere Systeme tragen. | Anstossen und freigeben. Zeitpläne, Dokumente und Ihre Systeme übernimmt die Plattform, auch wenn der Laptop zu ist. | Freigeben, was nach aussen geht oder Geld kostet, und Änderungen der Agenten annehmen. Der Rest startet per Befehl, E-Mail oder Zeitplan. |
| Was ausfällt, wenn das Abo endet | Chats und Projekte exportiert nur der Primary Owner. Was Claude Code bearbeitet hat, bleibt als Datei auf dem Rechner. | Endet Claude, verbinden Sie einen anderen Harness. Endet der Business-Seat, endet der Zugang zur Plattform; was auf Ihren Geräten liegt, bleibt. | Endet Ihr Zugang, bleibt alles auf Ihrem Gerät und funktioniert weiter, Claude Code eingeschlossen. Was sonst weiterläuft, hält die Offerte fest. |
| Wem das Ergebnis gehört | Dateien auf Ihrem Rechner gehören Ihnen. Chats, Projekte und Routinen hängen am Konto bei Anthropic. | Ihre Daten, Dateien und Konten gehören Ihnen. Für die Workflows, die wir bauen, erhalten Sie eine Lizenz. | Ihr Code, Ihr Vault und Ihre Dateien gehören Ihnen. Für die Workflows, Skills und Befehle, die wir bauen, erhalten Sie eine Lizenz. |
Listenpreise für fünf Personen, gelesen am 14. Oktober 2026; Anthropic nennt US-Preise ohne Steuern. Die Business-Seats zählen ab Monat 7, weil das Operator System sechs Monate je Person enthält. Weitere Lizenzen und Spesen kommen dazu.
Unser Urteil
Wenn Sie allein arbeiten, gern selbst einrichten und Ihr Laptop ohnehin den ganzen Tag läuft, reicht Claude Pro oder Max mit Claude Code. Wirklich. Lesen Sie die Dokumentation, schreiben Sie Ihre ersten Skills, und kommen Sie wieder, wenn das Gerüst wackelt.
Für ein Team ändert sich die Rechnung. Fünf Personen, die je ihr eigenes Gerüst bauen, haben fünf Gerüste und kein gemeinsames. Der erste Weg gibt allen dieselben Werkzeuge und lässt Abläufe weiterlaufen, wenn die Laptops zu sind. Das ganze System lohnt sich, wenn auch die Kolleginnen und Kollegen ohne Interesse an Technik einen Workflow mit einem Befehl starten sollen, mit Freigaben, Protokoll und Daten dort, wo Sie es bestimmen.
Was ein solches Setup im ersten Jahr kostet, rechnet «Was kostet KI-Automatisierung im KMU?» Posten für Posten vor.
Quellen
- Anthropic: Claude pricing, gelesen am 14. Oktober 2026
- Claude Help Center: What is the Team plan?, gelesen am 14. Oktober 2026
- Claude Help Center: Get started with custom connectors using remote MCP, gelesen am 14. Oktober 2026
- Claude Help Center: Use Claude Code with your Pro or Max plan, gelesen am 14. Oktober 2026
- Claude Code Docs: Claude Code overview, gelesen am 14. Oktober 2026
- Claude Code Docs: Connect Claude Code to tools via MCP, gelesen am 14. Oktober 2026
- Claude Code Docs: Scheduled tasks in the desktop app, gelesen am 14. Oktober 2026
- Claude Code Docs: Routines, gelesen am 14. Oktober 2026
- Claude Code Docs: Server-managed settings, gelesen am 14. Oktober 2026
- Claude Code Docs: Data usage, gelesen am 14. Oktober 2026
- Anthropic Privacy Center: Where are your servers located?, gelesen am 14. Oktober 2026
- Anthropic Privacy Center: How can I export my organization’s data?, gelesen am 14. Oktober 2026
