Vermutlich hat jemand in Ihrem Betrieb ChatGPT zuerst privat ausprobiert, dann für eine Offerte, dann für fast alles. Das ist kein Fehler, sondern ein gutes Zeichen: Ihr Team hat selbst herausgefunden, wo KI im Alltag hilft. Offen ist nur, wie weit Sie damit kommen.
Dieser Artikel gehört zu unserer Reihe von Vergleichen. Jeder beantwortet dieselben sechs Fragen, damit Sie die Wege nebeneinanderlegen können. Die Preise und Funktionen der Anbieter haben wir am 14. Oktober 2026 auf deren Seiten gelesen; die Quellen stehen am Schluss.
Was Sie heute nutzen
ChatGPT Business, früher ChatGPT Team, ist das Abo von OpenAI (Ein KI-Anbieter betreibt Sprachmodelle und verkauft den Zugang dazu, etwa OpenAI (ChatGPT), Anthropic (Claude) oder Google (Gemini).) für Firmen ab zwei Personen. In der Schweiz kostet ein Platz CHF 15.– pro Person und Monat bei jährlicher Zahlung und CHF 19.– bei monatlicher, jeweils ohne MWST. Wer mehr Nutzung braucht, nimmt einen Premium-Platz für CHF 75.– bis 95.–. Für fünf Personen mit normalen Plätzen zahlen Sie also CHF 75.– bis 95.– im Monat.
Wo ChatGPT stark ist
Ehrlich gesagt: in vielem. ChatGPT Business bringt die aktuellen Modelle (Ein Sprachmodell ist die eigentliche KI hinter einem KI-Assistenten: Es hat aus sehr viel Text gelernt und schreibt zu einer Eingabe eine Antwort.) von OpenAI, Projekte, die das Team teilen kann, grosse Dateiuploads und eine Tiefenrecherche. Es verbindet sich mit Google Drive, SharePoint, Outlook, Teams und Slack und durchsucht dort, was Sie freigeben. Codex schreibt Code, und mit geplanten Aufgaben und Workspace-Agenten erledigt ChatGPT wiederkehrende Arbeit sogar ohne offenes Chatfenster.
Auch beim Datenschutz ist das Business-Abo erwachsen: OpenAI trainiert standardmässig nicht mit den Daten aus Business-Konten, auch nicht mit Inhalten aus verbundenen Apps. Es gibt einen SOC-2-Bericht und eine Vereinbarung zur Auftragsbearbeitung. Eingaben und Ergebnisse gehören laut den Vertragsbedingungen Ihnen.
Für Texte, Ideen, Zusammenfassungen und schnelle Auswertungen ist das für CHF 15.– im Monat ein sehr gutes Werkzeug. Wenn Ihr Team vor allem das braucht, brauchen Sie uns dafür nicht.
Wo ChatGPT aufhört
Die Grenze liegt selten beim Modell. Sie liegt zwischen dem Chat und dem Rest Ihres Betriebs.
- Der Chat ist die Werkbank. Die meisten Ergebnisse entstehen im Chatfenster, und jemand trägt sie in die Buchhaltung, ins CRM oder in die Mail nach. Geplante Aufgaben helfen, haben im Business-Abo aber Grenzen: höchstens zehn aktive Aufgaben, wiederkehrend höchstens stündlich, Auslöser nur aus Gmail, Slack und GitHub (Ein Git-Repository ist eine Ablage für Dateien, die jede Änderung mit Datum und Urheber speichert; GitHub ist ein bekannter Dienst dafür.).
- Eigene Anbindungen (Eine Integration verbindet Ihr Setup mit einem bestehenden Programm, etwa Ihrem E-Mail-Postfach.) sind Admin-Sache. ChatGPT spricht MCP (MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard, über den eine KI-Arbeitsumgebung (KI-Harness) Programme und Datenquellen nutzen kann.), das offene Protokoll (Ein Protokoll, auf Englisch Log, hält fest, was ein Programm oder ein KI-Agent wann getan hat.), über das KI Werkzeuge nutzt. Im Business-Abo dürfen aber nur Admins den Entwicklermodus nutzen und eigene Apps veröffentlichen. Einzelne Aktionen ein- und ausschalten können erst Enterprise-Kunden, und ändert sich eine Anbindung, merkt der Admin es nicht automatisch.
- Die Daten liegen in den USA. Datenresidenz in Europa rollt für Business erst aus, betrifft die Speicherung und nicht die Verarbeitung, und eine Kopie jeder Anfrage bleibt zur Missbrauchskontrolle in den USA. Verarbeitung in der Region (Eine Region ist bei Cloud-Anbietern das Gebiet, in dem die Rechenzentren stehen, die Ihre Daten verarbeiten, etwa die EU oder die Schweiz.) gibt es für berechtigte Enterprise-Kunden.
- Ihre Dateien bleiben draussen. Lokale Ordner erreicht ChatGPT nur in der Desktop-App und mit Ihrer Erlaubnis. Was auf dem Firmenlaufwerk liegt, kommt als Upload in den Chat oder gar nicht.
- Das Wissen wohnt im Chatverlauf. Was Ihr Team mit ChatGPT erarbeitet, liegt in Chats und Projekten. Selbst exportieren können Mitarbeitende im Business-Konto nicht; das macht der Owner.
ChatGPT mit unserer Plattform verbunden
Der erste Weg ändert für Ihr Team fast nichts: Alle arbeiten weiter in ChatGPT. Wir verbinden ChatGPT über das MCP-Gateway mit der Jules Solutions Platform. Ihr Admin richtet die Verbindung einmal als App im Workspace ein, und jede Person meldet sich mit ihrem eigenen Zugang an.
Danach kann ChatGPT mehr als schreiben. Es legt Aufgaben auf der Plattform an, liest Rechnungen und Lieferscheine über die Dokumentverarbeitung, erstellt Dokumente aus Ihren Vorlagen (Eine Vorlage ist ein vorbereiteter Aufbau, etwa für ein Dokument, eine E-Mail oder eine Ablage, den man für jeden Fall nur noch ergänzt.) und durchsucht Ihre Projektunterlagen, mit den Textstellen, auf denen die Antwort beruht. Es startet Workflows (Ein Workflow legt fest, welche Angaben eingehen, was damit geschieht und wer das Ergebnis prüft.), die Ihre Systeme im vereinbarten Umfang ansprechen. Angebunden haben wir zum Beispiel schon Bexio und Abacus.
Wichtig ist, was nicht passiert. Eine Nachricht nach aussen oder eine Zahlung bereitet die Plattform vor, verschickt sie aber erst, wenn eine Person entschieden hat. Jede Verbindung sieht nur die Projekte, die Sie ihr freigeben, und jeder Aufruf steht im Protokoll, mit dem Zustand davor und danach.
Für fünf Personen heisst das: das Operator System (Das Operator System ist unser Paket für Teams, CHF 3'500.– bis 5'000.–: die gemeinsame Basis mit Workflows für das Team und angebundenen Systemen.) als gemeinsame Basis, CHF 3'500.– bis 5'000.– einmalig, mit sechs Monaten Business-Seat (Der Business-Seat gibt einer Person Zugang zu unserer Plattform (offene Alpha). Pro Setup enthält drei Monate, das Operator System sechs je Person.) je Person. Danach kostet der Zugang CHF 199.– pro Person und Monat, bei jährlicher Zahlung CHF 169.–. ChatGPT Business bezahlen Sie weiter wie heute.
Das ganze System
Der zweite Weg dreht die Sache um: Die Arbeit lebt nicht mehr im Chat, sondern in Ihrem System. Jede Person bekommt einen Vault (Der Vault ist ein Ordner mit Ihren Arbeitsdateien auf Ihrem Rechner; mit der Vault-Vorlage legen wir ihn an.), einen Ordner auf ihrem Rechner mit Arbeitsdateien und Anleitungen für wiederkehrende Aufgaben, nach PARA (PARA ordnet eine Ablage in vier Bereiche: Projekte, Bereiche, Ressourcen und Archiv.) geordnet und in Obsidian (Obsidian ist ein Notizprogramm, das einen Ordner mit Textdateien auf Ihrem Rechner als verknüpfte Notizen anzeigt.) lesbar. Was das Team teilt, liegt im gemeinsamen Projekt-Repository, zum Beispiel auf GitHub oder einem eigenen Git-Server.
Im Vault arbeitet ein KI-Harness (Ein KI-Harness ist die Arbeitsumgebung auf Ihrem Rechner, in der die KI Dateien liest und vereinbarte Arbeitsschritte ausführt.). Wir empfehlen Claude Code (Claude Code ist ein KI-Harness von Anthropic. Es läuft auf Ihrem Rechner, liest Dateien und führt Arbeitsschritte aus, die Sie in normaler Sprache beschreiben.); die Plattform ist aber an keinen Agenten (Ein KI-Agent bearbeitet eine festgelegte Aufgabe in mehreren Schritten; bevor etwas nach aussen geht, entscheidet eine Person.) gebunden, und auch Codex aus Ihrem ChatGPT-Abo kann diese Rolle übernehmen. Workflows starten mit einem kurzen Befehl (Ein Befehl startet einen festgelegten Workflow. Im Pro Setup richten wir drei bis fünf solcher Befehle für Ihre Abläufe ein.), durch eine eingehende E-Mail oder nach Zeitplan. Sie laufen auf Ihrem Gerät, auf einem Rechner in Ihrem Betrieb, auf unserer Plattform oder bei einem Cloud-Anbieter (Mit «Cloud» sind Rechner in den Rechenzentren eines Anbieters gemeint, auf denen Programme laufen und Daten liegen, statt auf Ihrem eigenen Gerät.), so wie es die Offerte festhält. KI-Agenten erledigen Teilaufgaben in abgeschlossenen Bereichen und schlagen Änderungen vor; eine Person nimmt sie an.
Die Plattform läuft auf eigener Infrastruktur in der Schweiz. Das Sprachmodell wählen wir mit Ihnen: in der Cloud bei Anbietern in den USA oder der EU, oder als Open-Weight-Modell (Ein Open-Weight-Modell ist ein Sprachmodell, dessen Gewichte frei verfügbar sind, sodass es auf eigener Hardware laufen kann.) auf eigener Hardware. Die Plattform ist in der offenen Alpha-Phase (Offene Alpha heisst: Die Plattform ist in einer frühen Phase, wir nutzen sie selbst, und sie ändert sich laufend.), und wir führen unsere eigene Firma darauf. Deshalb richten wir sie mit Ihnen ein, statt Ihnen einen Download zu schicken.
Für fünf Personen: das Operator System und ein Pro Setup (Pro Setup ist unser empfohlenes Paket für CHF 1'490.–: Vault, Workflows mit KI-Agenten, erste Anbindungen, eine Einführungssitzung und drei Monate Business-Seat.) je Person, zusammen CHF 10'950.– bis 12'450.– einmalig, mit Einführung und 60 Tagen Begleitung (Begleitung heisst: In den ersten 30 Tagen (Pro Setup) oder 60 Tagen (Operator System) nach der Übergabe sind Fragen und Anpassungen per E-Mail und Telefon enthalten.). Danach die Business-Seats wie oben und die Modellnutzung (Modellnutzung ist der Zugriff auf das Sprachmodell eines KI-Anbieters. Die Kosten dafür sind im Setup-Preis nicht enthalten.) bei Ihrem Anbieter.
| Frage | ChatGPT Business allein | ChatGPT mit unserer Plattform | Das ganze System |
|---|---|---|---|
| Aufwand für die Einrichtung | Konto anlegen, Plätze kaufen, Apps freigeben: ein Nachmittag. Danach lernt jede Person für sich. | Operator System, etwa 3 bis 6 Wochen bis zur Übergabe. Ihr Admin richtet die Verbindung in ChatGPT einmal ein. | Operator System und ein Pro Setup je Person, etwa 3 bis 6 Wochen. Wir richten Geräte, Vault, Harness und Workflows ein. |
| Wo die Daten liegen, Datenschutz | Bei OpenAI, gespeichert in den USA; Datenresidenz in Europa ist für Business erst im Aufbau. Kein Training (Beim Training lernt ein Sprachmodell aus grossen Textmengen; manche Anbieter verwenden dafür auch die Eingaben ihrer Nutzer.) mit Ihren Daten. | Die Chats bleiben bei OpenAI. Die Plattform läuft auf eigener Infrastruktur in der Schweiz; was an OpenAI geht, hält die Offerte fest. | Plattform in der Schweiz, Dateien auf Ihrem Gerät oder auf unserer Infrastruktur. Das Modell läuft in der Cloud (USA oder EU) oder auf eigener Hardware. |
| Kosten pro Monat, KMU mit 5 Personen | CHF 75.– bis 95.– für fünf Plätze, ohne MWST. | ChatGPT wie links, dazu ab Monat 7 fünf Business-Seats: CHF 995.–, jährlich bezahlt CHF 845.–. Einmalig CHF 3'500.– bis 5'000.–. | Fünf Business-Seats ab Monat 7: CHF 995.– oder CHF 845.–, dazu die Modellnutzung. Einmalig CHF 10'950.– bis 12'450.–. |
| Was Sie noch von Hand machen | Aufgaben anstossen, Ergebnisse kopieren und ablegen, in anderen Programmen nachtragen. | Im Chat anstossen und freigeben. Dokumente lesen, ablegen und Ihre Systeme ansprechen übernimmt die Plattform. | Freigeben, was nach aussen geht oder Geld kostet. Workflows starten per Befehl, per E-Mail oder nach Zeitplan. |
| Was ausfällt, wenn das Abo endet | Der Workspace wird deaktiviert, nicht gelöscht. Wird er gelöscht, sind Chats und Projekte weg. | Endet ChatGPT, verbinden Sie ein anderes Werkzeug. Endet der Business-Seat, endet der Zugang zur Plattform; was auf Ihren Geräten liegt, bleibt. | Endet Ihr Zugang, bleibt alles auf Ihrem Gerät und funktioniert weiter. Was sonst weiterläuft, hält die Offerte fest. |
| Wem das Ergebnis gehört | Eingaben und Ergebnisse gehören laut OpenAI Ihnen. Sie liegen aber in Chats; exportieren kann im Business-Konto nur der Owner. | Ihre Daten, Dateien und Konten gehören Ihnen. Für die Workflows, die wir bauen, erhalten Sie eine Lizenz. | Ihr Code, Ihr Vault und Ihre Dateien gehören Ihnen. Für die Workflows, die wir bauen, erhalten Sie eine Lizenz. |
Listenpreise für fünf Personen, ohne MWST, gelesen am 14. Oktober 2026. Die Business-Seats zählen ab Monat 7, weil das Operator System sechs Monate je Person enthält. Modellnutzung, weitere Lizenzen und Spesen kommen dazu.
Unser Urteil
ChatGPT Business ist ein ausgezeichnetes Werkzeug zum Schreiben und Denken, und für CHF 15.– pro Person kaum zu schlagen. Wenn Ihr Team vor allem Texte entwirft, Fragen klärt und Dokumente zusammenfasst, bleiben Sie dabei und sparen Sie sich unser Setup.
Sobald aber jemand Ergebnisse aus dem Chat in drei andere Programme kopiert, zahlen Sie den Preis in Arbeitszeit. Dann ist der erste Weg der kleinste Schritt: ChatGPT bleibt, und die Arbeit landet dort, wo sie hingehört. Das ganze System lohnt sich, wenn Abläufe ohne offenen Chat laufen sollen, wenn Sie bestimmen wollen, wo Daten und Modelle liegen, und wenn das Ergebnis Ihnen gehören soll statt einem Chatverlauf.
Ein Werkzeug ersetzt keinen Ablauf. Welcher Weg passt, hängt davon ab, was Ihr Team heute von Hand erledigt. Wie Sie das herausfinden, zeigt «KI im KMU: Erst den Ablauf prüfen, dann das Werkzeug».
Quellen
- OpenAI: ChatGPT pricing: Business, gelesen am 14. Oktober 2026
- OpenAI Help Center: ChatGPT Business: plans, seats and billing, gelesen am 14. Oktober 2026
- OpenAI Help Center: Connected apps in ChatGPT, gelesen am 14. Oktober 2026
- OpenAI Help Center: Developer mode and full MCP connectors, gelesen am 14. Oktober 2026
- OpenAI Help Center: Scheduled tasks in ChatGPT, gelesen am 14. Oktober 2026
- OpenAI Help Center: Workspace agents, gelesen am 14. Oktober 2026
- OpenAI Help Center: Data residency for ChatGPT Business, gelesen am 14. Oktober 2026
- OpenAI: Enterprise privacy at OpenAI, gelesen am 14. Oktober 2026
- OpenAI Help Center: Exporting your ChatGPT data, gelesen am 14. Oktober 2026
- OpenAI: Services Agreement, gelesen am 14. Oktober 2026
